»Na komm schon«, bettelte Sandra. »Das ist doch nur eine Party und wir waren so lange nicht gemeinsam aus. Außerdem ist Walpurgisnacht.«

»Es ist eine Party, auf der ich mich verkleiden muss … als Hexe! Das hat nichts mit Spaß zu tun«, grummelte ich zurück. Wer zum Teufel hatte Kostüme für Erwachsene erfunden?

»Es gibt Freibier«, versuchte Sandra es weiterhin.

»Nein«

»Und ganz sicher auch sexy Hexer«

Ich schnaubte abfällig. Meinen letzten Hexer hatte ich gerade hochkant vor die Tür gesetzt, weil er der Meinung gewesen war, dass eine einzige Hexe an seiner Seite nicht genügte und er sich einen ganzen Stall davon halten wollte. Heimlich natürlich.

»Nein«

Damit schob ich meine Freundin bei Seite und versuchte weiterhin das Chaos in meiner Wohnung zu beseitigen.

Wenn man wochentags von früh bis spät im Laden stand, blieb kaum Zeit für andere Dinge. Solche vorfeiertaglichen Abende nutzte ich also gern zum Saubermachen, um mich dann am Feiertag an meiner Wohnung zu erfreuen. Sandra hielt davon allerdings rein gar nichts und nahm mir den Staublappen aus der Hand.

»Jetzt sei doch nicht so. In der gesamten Wohnung ist kein Staubkorn zu finden, die Ausrede zieht also nicht. Du ziehst einfach dein schwarzes Kleid an und setzt den hier auf.« Damit hielt sie mir einen schwarzen Hexenhut vor die Nase.

»Sandra«, erwiderte ich mittlerweile sichtlich genervt. »Wenn ich dich dahin begleite, darf ich dann nach einer Stunde wieder gehen? Gibst du dann endlich Ruhe?«

»Hm«, machte sie und setzte mir den Hut einfach ohne zu fragen auf.

»Ich denke, damit könnte ich mich arrangieren.«

Ein Siegerlächeln schlich sich in ihr Gesicht.

»Du brauchst gar nicht so zu schauen«, erwiderte ich, konnte mein Grinsen aber auch nicht mehr verstecken. »Ich tue das nur für dich und weil wir wirklich lange nicht mehr aus waren. Aber sei dir gewiss, nach einer Stunde bin ich weg.«

»Ja, ja. Stell dir meinetwegen einen Wecker. Hauptsache du kommst erstmal mit.«

Sandra umarmte mich und tänzelte dann zur Tür.

»Ich würde sagen, ich hole dich in etwa einer halben Stunde ab. Wir können eigentlich zu Fuß gehen, Hannes wohnt nicht so weit weg, also soweit ich weiß.«

 

Ich kannte diesen Hannes nur flüchtig, fand ihn aber nicht unsympathisch. Er war irgendwie ein Freund eines Freundes einer Freundin von Sandra oder so. Da ich mich nur eine Stunde irgendwie beschäftigen müsste, waren mir sämtliche freundschaftlichen oder verwandtschaftlichen Verhältnisse schlichtweg egal. Ich würde die Küche suchen, in der für gewöhnlich die Getränke zu finden waren, mich dann in eine Ecke verkrümeln und das Treiben beobachten.

Da Sandra erfahrungsgemäß sehr pünktlich zu sein pflegte, musste ich mich nun beeilen. Ich suchte mir also mein einziges schwarzes Kleid aus dem Schrank, kramte meine High-Heels hervor und verschwand ins Bad. Meine langen Haare würde ich offen tragen, unter diesem blöden Hut könnte ich mir sowieso jegliche Frisur sparen.

Das Kleid saß zum Glück noch immer perfekt, auch wenn ich es als ziemlich gewagt bezeichnen würde. Es war aus schwarzer Spitze, vorn züchtig hoch geschlossen, dafür aber mit einem Rückenausschnitt, der bis zum Po reichte. Für eine Gartenparty vielleicht ein wenig overdressed doch eine Alternative hatte ich nicht, Sandras Kostüm, welches sie mir schon letztes Jahr andrehen wollte, kam keinesfalls ins Frage.

 

Zwar hielt sich meine Begeisterung noch immer in Grenzen, doch die Aussicht auf kostenlosen Alkohol hob meine Laune. Ja, ich weiß, solche Aussagen sollte man gefälligst für sich behalten und normalerweise stand auch ich dem kritisch gegenüber. Doch mein Ex hatte ganze Arbeit geleistet, da war wohl ein wenig Alkohol erlaubt.

 

Als Sandra klingelte, wartete ich bereits fertig angezogen im Flur. Sie hatte sich tatsächlich komplett kostümiert, trug ein langes, hautenges schwarzes Kleid und ebenfalls einen Hexenhut. Nur war dieser um einige Nummern kleiner als meiner.

»Sag mal, was ist denn das da?«, fragte ich und deutete auf diese Mini-Version auf ihrem Kopf, die sie in eine kunstvolle Hochsteckfrisur integriert hatte.

»Was denn? Ein Hut eben«, antwortete sie und wusste dabei genau, was ich meinte.

»Ach ja? Warum muss ich also dieses Monstrum aufsetzen und du darfst diese Haarspange da tragen?«

»Nun hab dich mal nicht so«, meinte sie nur grinsend. »Ich hab ein langes Kleid und einen kleinen Hut. Du trägst ein kurzes Kleid und einen großen Hut. Muss sich ja ausgleichen.«

»Ich hab sowas von was gut bei dir«, motzte ich noch eine Weile, bis mich Sandra zur Tür hinausschob und diese laut ins Schloss fiel. Sie drückte mir die Schlüssel in die Hand, die ich in meine Clutch verschwinden ließ und wir liefen los.

 

Da ich nicht sehr oft meine hohen Schuhe herauskramte, war ich positiv überrascht, wie gut ich darin laufen konnte. Ich hatte schon damit gerechnet sie nach ein paar Metern in der Hand zu tragen. Doch unterhakt bei Sandra kamen wir gut voran.

Der Abend war sehr mild für Ende April und die Wetterfrösche hatten uns ebenfalls eine sehr sonnige nächste Woche bescheinigt, was mir nur recht war.

Nach und nach besserte sich meine Laune immer weiter und beinahe war ich Sandra dankbar, dass sie mich von meinem eigentlichen Abendprogramm ablenkte. Zugegebenermaßen ein Abendprogramm, welches ich seit Wochen abspulte.

Die Gegend, in der wir beide lebten, war reines Wohngebiet, viele Gärten, viel Grün.  Einfamilienhäuser jeglicher Größe wechselten sich mit kleineren Mehrfamilienhäusern ab. In solch einem wohnten auch wir beide und ich für meinen Teil fühlte mich sehr wohl.

 

Nach etwa zwanzig Minuten hielt Sandra plötzlich an und deutete auf ein breites, schmiedeeisernes Tor.

»Das hier ist es wohl. Nummer 22.«

Ich war so in Gedanken versunken, dass ich gar nicht mitbekommen hatte, welchen Weg wir gelaufen waren. Etwas verunsichert sah ich mich um.

Hier wohnte Hannes? Allein? Niemals!

Hinter dem Tor konnte man eine breite Einfahrt erkennen, an deren Ende kein Haus stand. Das war eine Villa!

War die schon immer hier? Oder war nur ich noch nie in dieser Ecke gewesen?

»Ernsthaft?«, fragte ich daher nach.

Sandra sah auf die Einladung, die Adresse stimmte.

Das Haus war hell beleuchtet, Musik und Stimmengewirr waren ebenfalls zu hören. Also waren wir wohl richtig.

Sandra zuckte nur mit den Schultern und drückte den Klingelknopf. Kurz danach ertönte ein Summen und wir konnten eintreten.

»Sandra, wo sind wir hier? Wer war dieser Hannes nochmal?«

Auch meine Freundin schien ein wenig nervös, denn ihre Schritte waren zögerlich und immer wieder sah sie sich suchend um.

»Ein Freund eines Freundes von Steffie. Du weisst schon, die Steffie aus dem Studium von damals.«

»Das ist zehn Jahre her!«, protestierte ich.

»Nein, ja … ich habe sie neulich wieder getroffen und sie hat mich eingeladen. Ich glaube das Haus gehört seinen Eltern oder so.«

»Oder so?« Langsam wurde mir das hier zu heikel. War das alles legal?

Doch mir blieb keine Zeit zum Nachdenken, denn als wir die breiten Stufen zur Tür emporstiegen, wurde uns bereits die Haustür geöffnet. Umkehren war also nicht mehr möglich.

»Ähm, hallo«, grüßte Sandra die Frau, die uns hinein bat. Auch sie trug ein Kostüm, jedoch war es wesentlich aufwändiger gearbeitet.

»Hallo und Herzlich Willkommen. Ich bin Lucille, Hannes Schwester. Habt ihr eine Einladung?«

»Ja, hier«, Sandra reichte ihr diese. »Wir sind Sandra und Mara, Freundinnen von Steffie und Hannes.«

»Ach ja, dann mal rein mit euch. Die Bar ist in der Küche, gleich am Ende des Ganges. Nicht zu übersehen und auch nicht zu überhören. Ansonsten sind alle bereits draußen auf der Terrasse und im Garten. Fühlt euch wie zu Hause.«

Sie zwinkerte uns verschmitzt lächelnd zu und wendete sich den nächsten Gästen zu, die bereits die Haustür passierten.

Sandra und ich zuckten mit den Schultern, grinsten uns an und liefen durch den Flur in Richtung Küche. Tatsächlich wurden die Stimmen lauter und auch die Musik war nun besser zu hören.

 

Uns traf allerdings beinahe der Schlag, als wir um die Ecke bogen und blieben abrupt stehen. Das war keine Küche, das war ein Saal!

Hier würde vermutlich meine gesamte Wohnung Platz finden. Um den großen Küchenblock, der in der Mitte stand, hatten sich bereits einige Gäste versammelt. Ein Barkeeper kümmerte sich um die Getränke, auf der anderen Seite war ein großes Buffett aufgebaut.

Die gesamte Vorderfront allerdings war geöffnet worden und ging auf eine riesige Terrasse hinaus. Hier waren Stehtische aufgebaut, am Rand standen Sofas und Sessel und luden zum Sitzen ein. Weiter hinten im Garten konnte man ein großes Lagerfeuer erkennen und auch hier waren in einigem Abstand Sofas aufgebaut worden. Der gesamte Garten und auch die Terrasse wurden mit Fackeln beleuchtet.

Auf was für einer Party waren wir denn hier gelandet? Ich hatte mit einem Grill, Bratwürsten und Bier gerechnet, jedoch nicht mit so etwas. Auf einmal kam ich mir in meinem einfachen Kleid, welches ich daheim noch als overdressed empfunden hatte, völlig deplatziert vor. Sandra jedoch schien auf einmal bester Laune.

Die meisten Gäste trugen sehr, sehr ausgefallene Kostüme. Wobei die Frauen allesamt als Hexen in langen Kleidern verkleidet waren. Die Herren trugen meist schwarze Anzüge, ab und an mal einen Frack und, was mich besonders irritierte, alle trugen Masken.

Hatten wir etwas auf der Einladung überlesen?

»Hallo die Damen«, trat plötzlich ein Mann an uns heran. Auch er war in vornehmem Schwarz gekleidet, nahm aber netterweise seine Maske ab.

»Großer Gott, Hannes. Da bist du ja«, erleichtert fiel sie ihm um den Hals. Seit wann kannten die beiden sich denn genauer?

Sandra musste meinen fragenden Blick gesehen haben, denn sie versuchte gar nicht erst sich herauszureden.

»Bevor du anfängst zu schmollen: Ja, wir kennen uns, aber nur flüchtig. Durch Steffie hatten wir die letzten Wochen wieder mehr Kontakt, daher auch die Einladung. Ich dachte es wäre eine gute Idee, wenn du mal wieder rauskommst. Und diese Party ist doch mal wirklich nett, oder? Du kannst dich nicht daheim verstecken, das Leben geht weiter.«

»Sag mal, spinnst du? Du hast mich reingelegt?«, schimpfte ich, vermutlich ein wenig zu laut, denn ein paar der Gäste drehten sich zu uns herum.

»Weil du dem Ganzen sicher nicht zugestimmt hättest, wenn ich dir vorher gesagt hätte, dass es sich eben nicht um ein Grillfest mit Kostüm handelt. Ach ja, die hier«, damit drückte sie mir eine Maske aus schwarzer Spitze in die Hand,»musst du auch noch aufsetzen.«

»Okay, das war es dann für mich. Ich gehe wieder«, damit drehte ich mich um und wollte gerade losstapfen, als mich ihre Hand am Oberarm festhielt. Wütend drehte ich mich um.

»Ach komm schon, du hast mir eine Stunde versprochen. Dann kannst du gehen. Bitte! Vertrau mir einfach mal«, bettelte Sandra und sah mich mit diesem Bambi-Blick an. »Ich meine es nur gut, wirklich.«

Ich schnaufte abfällig, doch leider zog diese Methode immer und so ganz Unrecht hatte sie ja nicht. Außerdem hatte ich mich zurecht gemacht, war auf High-Heels hierher gekommen, ohne mir ein Bein zu brechen. Es wäre also schade um den ganzen Aufwand.

»Na schön, du hast eine Stunde, Madame«, motzte ich.

 

Ich setzte also missmutig diese Maske auf, verkniff mir aber den Hut, legte ihn stattdessen auf einem der Tische ab. Vermissen würde ich ihn sicher nicht. Allerdings nervte mich diese Maske schon jetzt. Bevor ich jedoch meckern konnte, war Hannes wieder da und drückte uns zwei lilafarbene Cocktails in die Hand.

»Ist eine Kreation des Hauses. Nennt sich Witches.« Dabei zwinkerte er mir grinsend zu.

»Was ist da drin?«, wollte ich wissen.

»Ein Geheimnis«, antwortete er nur kryptisch, drehte sich dann um und verschwand in der Menge.

Sandra grinste ihn nur dümmlich hinterher.

»Na, da will wohl jemand mehr als nur den Cocktail«, lachte ich sie aus und nahm einen vorsichtigen Zug. Diesmal schnaubte meine Freundin abfällig, tat es mir aber gleich und probierte das Getränk.

Ich hatte tatsächlich mit einem klebrig-süßen Frauencocktail gerechnet, doch er schmeckte außergewöhnlich gut. Viel zu schnell war mein Glas leer und ich stellte es einfach auf ein Tablett ab, welches Kellner in ebenfalls schwarzer Kleidung, allerdings ohne Masken, herumtrugen. Der Alkohol tat seine Wirkung und auf einmal war alles gar nicht mehr so schlimm.

»Wollen wir mal in den Garten gehen?«, fragte Sandra und ich nickte. Wir überquerten die breite Terrasse, die Sofas waren bereist gut belegt und überall war munteres Stimmengewirr und Lachen zu hören.

»Die haben sich aber echt nicht lumpen lassen«, flüsterte ich Sandra zu.

»Soweit ich weiß, haben Hannes Eltern ein gut gehendes Geschäft und überlassen ihm einmal im Jahr die Villa.«

»Wie alt ist der denn? Ich meine, ist das ab einem gewissen Alter nicht peinlich bei seinen Eltern zu feiern?«, gab ich zu bedenken.

»Hm, anscheinend nicht. Er muss ja in unserem Alter sein, also so Anfang dreißig. Steffie meinte, er würde einmal die Firma seines Vaters übernehmen. Aber was genau die machen, wollte sie mir auch nicht sagen.«

»Okay«, zuckte ich nur mit den Schultern.

Prinzipiell war es mir ja auch egal. Meine Stunde hier wäre ja bald vorbei und ich glaubte kaum daran, dass ich noch einmal dieses Haus betreten würde.

»Schau mal, da ist Steffie ja. Ich sag schnell Hallo und bin gleich wieder zurück«, meinte Sandra und verschwand in der Menge, bevor ich auch nur irgendwie reagieren konnte.

 

Auch hier im Garten gab es eine kleine Bar und ich bestellte mir noch einen weiteren Cocktail, stellte mich dann an einen der Stehtische und beobachtete die Gäste. Auch die Sofas hier waren gut belegt, jedoch gingen die Aktivitäten weit über Gespräche hinaus und mir stockte der Atem. Zwar war ich keineswegs prüde und herumgeknutscht hatte ich auf diversen Partys natürlich auch mal. Doch das …

Ich suchte verzweifelt nach Sandra, konnte sie aber nicht finden. Die anderen Gäste schienen sich auch keineswegs an den Szenerien auf den Sofas zu stören, sie unterhielten sich munter weiter. Einige wenige beobachteten allerdings völlig ohne Scheu, was da gerade passierte, setzten sich sogar hinzu.

Schnell nahm ich einen weiteren Schluck von meinem Cocktail und versuchte so gut es eben ging, nicht in Richtung Sofa zu schauen. Stattdessen stocherte ich in dem Glas herum und hoffte inständig, dass Sandra mich bald finden und erlösen würde. Einfach verschwinden wollte ich auch nicht, dann würde sie sich womöglich noch Sorgen machen.

 

»Gefällt dir, was du da siehst«, raunte mir plötzlich eine tiefe Stimme ins Ohr und ich drehte mich hastig um.

Ein Mann mit einer einfachen schwarzen Maske und ebenfalls im schwarzen Anzug stand mir gegenüber und grinste mich frech an. Er war um einiges größer als ich, hatte kurze, dunkle Haare und war gut gebaut, soweit ich das beurteilen konnte.

»Was meinen Sie?«, versuchte ich mich herauszureden.

Er lachte leise.

»Nun komm schon. Du weisst genau, was ich meine«, antwortete er und legte den Kopf ein wenig schief.

»Nein, weiß ich nicht«, gab ich patzig zurück und drehte mich wieder herum. Hoffentlich verstand er, dass unsere Unterhaltung somit beendet war.

Doch genau das Gegenteil geschah und plötzlich konnte ich seine Wärme in meinem Rücken spüren.

»Ich gebe dir einen Tipp. Ich meinte nicht das Eis in dem Cocktail.«

Dass er gerade tierischen Spaß an der Sache hatte, konnte ich auch ohne ihn anzusehen heraushören.

Ich sollte es falsch finden, ihm eine knallen und gehen. Doch irgendwas ließ mich stehenbleiben und ich erlaubte mir für einige Sekunden seine Wärme und das, was seine Stimme mit mir machte, zu genießen. Ich schloss die Augen, spürte der Erregung nach, die meinen Körper erfasste und schob es einfach auf den Alkohol in meinem Getränk.

Doch schon nach wenigen Sekunden war der Spuk vorbei, mein Kopf übernahm wieder die Regie.

Ich trat einen Schritt vor, drehte mich erneut zu ihm um.

»Dann kann ich Ihnen leider nicht weiterhelfen. Dennoch wünsche ich einen schönen weiteren Abend«, antwortete ich, lächelte ihn an und machte mich auf den Weg zurück zum Haus. Ich musste dringend die Toilette suchen und würde mich dann schleunigst auf den Heimweg machen. Ich würde Sandra einfach eine Nachricht aufs Handy schreiben.

Seinen Blick konnte ich den gesamten Rückweg spüren, doch ich schaffte es, mich nicht umzudrehen. Erst, als ich die Terrasse erreichte, schaute ich zurück. Er stand noch immer an derselben Stelle, rührte sich nicht.

Wieder machte sich eine Gänsehaut auf meinem Körper breit und ein kleines Lächeln schlich sich auf mein Gesicht.

 

Ich fragte einen der Gäste nach dem Weg zur Toilette, doch da die Beschreibung ein wenig ungenau war, landete ich natürlich prompt woanders. Da ich aber auch nicht neugierig erscheinen und jede Tür öffnen wollte, war ich nun in einer Zwickmühle.

»Kann ich dir helfen?«, fragte plötzlich dieselbe Stimme, die mich eben im Garten nervös gemacht hatte.

»Ja, also«, stammelte ich verlegen, denn plötzlich war es mir peinlich zuzugeben, dass ich einfach mal pinkeln musste. »Ich suche die Toiletten.«

Er grinste erneute, steckte dann lässig eine Hand in die Hosentasche und musterte mich.

»Wenn ich dir helfe, bleibst du dann noch eine Weile?«

Nun war es an mir ihn skeptisch anzusehen.

»Wieso denkst du, dass ich gehen wollte?« Da er mich sowieso duzte, schien es mir idiotisch, am „Sie“ festzuhalten.

»War nur eine Idee. Dir scheint die Party da unten im Garten ganz gut zu gefallen, nur zugeben möchtest du es nicht.«

Etwas überrascht über diese Feststellung zwinkerte ich ein paar Mal, wusste allerdings auch nichts zu erwidern. Mir war es gleich, was sich auf den Sofas abspielte, schließlich sollte jeder so leben, wie er es mochte.  Zu Hause. Im eigenen Schlafzimmer.

»Ich mache dir einen Vorschlag. Du bist noch eine Weile meine Begleitung für den Abend, mit allen Konsequenzen, und ich zeige dir dafür das Bad.«

Ich lachte leise auf. Für wen hielt der sich denn? Ich musste nur zurückgehen und einen der Kellner fragen.

»Schon richtig, du könntest natürlich auch jemand anderen fragen«, unterbrach er meine Gedanken. »Doch es reizt dich, was ich mit meinem Angebot meine. Du bist neugierig und die Szene auf dem Sofa hat dich erregt. Ich konnte es riechen. Was hast du also zu verlieren? Was auch immer hier geschieht, es bleibt auch hier.«

Seine Worte rannen wie Seide über meine Haut. Ein Versprechen, von dem ich sicher war, dass er es halten und ich es keine Sekunde bereuen würde.

Keine Ahnung, was mich in dem Moment dazu brachte zuzustimmen, doch ich tat es. Mein Kopf war wie leergefegt und eine Sekunde lang überlegte ich, ob in dem Cocktail irgendwelche sinnesaufweichende Substanzen versteckt waren oder ich vielleicht zu lange auf Entzug war, was männliche Zuwendungen anging.

»Sehr schön, das freut mich außerordentlich. Ich bin Vincent.«

»Mara«, gab ich leise zurück.

Er trat auf mich zu, legte mir eine Hand in den Rücken und dirigierte mich zu einer der vielen Türen rechts neben mir.

»Bitte schön, das Gästebad«, erklärte er mir und schob mich regelrecht hinein, nachdem er die Tür ganz Gentleman geöffnet hatte.

Ich schloss sie von innen und ließ mich auf den Klodeckel sinken. Was hatte ich da gerade getan? Ich hab einem wildfremden Mann versprochen sonstwas mit ihm zu machen. Und wie dieses „sonstwas“ aussah, konnte ich mir natürlich denken. Hitze breitete sich auf meinem Gesicht und in meinem Schoß aus. Ich suchte mein Handy, wollte eine Nachricht an Sandra tippen, als ich sah, dass sie mir bereits geschrieben hatte.

 

Sandra

Hab Spaß und schalt mal deinen Kopf aus. Genieß es, er ist der Beste.

 

Was?

Was sollte das denn heißen? Doch ich wusste, dass ich keine Antwort bekommen würde. Diese Ratte von Freundin hatte mich reingelegt!

Plötzlich klopfte es und beinahe wäre mein Handy auf den Fliesenboden gefallen.

»Ja?«

»Ist alles okay bei dir? Traust du dich nicht raus?«, hörte ich Vincent fragen.

»Nein, nein. Alles gut. Ich bin gleich da.«

Selbst in meinen Ohren klang meine Stimme schrill und nicht gerade glaubwürdig. Wie auch? Meine Gedanken liefen gerade Amok.

»Ach ja, Mara?«, hörte ich Vincent noch einmal.

»Ja?«

»Bitte zieh dein Höschen aus und gib es mir, sobald du fertig bist und dich heraus traust.«

Ich sollte was tun? Der hatte sie wirklich nicht mehr alle.

»Und wenn ich es nicht tue?«

»Dann wirst du die Konsequenzen tragen müssen.«

Seine Stimme war fest und ich war mir sicher, dass er es genau so meinte, wie er es sagte. Erneut lief eine Ameisenarmee auf meiner Haut los, denn ich war ja nicht blöd und wusste genau, was er damit andeuten wollte. Auch an mir war dieser „Trend“ nicht vorbei gegangen, nur hatte es mich bisher herzlich wenig interessiert.

Mir war Sex nicht unwichtig, hatte allerdings auch keinen gehobenen Stellenwert. Wie gesagt, sollte dies doch jeder für sich entscheiden … daheim hinter verschlossenen Türen. Ich ahnte allerdings, dass Vincent in dem Punkt ganz anders tickte.

»Mara?«

»Ja, ja, ich komme ja gleich«, maulte ich.

»Das werden wir noch sehen, ob du kommst«, hörte ich ihn witzeln.

 

Noch immer mit mir ringend, ob ich seiner Anweisung folge leisten oder es drauf ankommen lassen sollte, ihn zu provozieren, erleichterte ich mich und ließ lange kaltes Wasser über meine Handgelenke laufen. Das klärte zwar nicht das Chaos in meinem Kopf, aber immerhin fasste ich den Entschluss, dass ich einmal im Leben etwas wagen sollte. Ganz sicher war keinem der Gäste hier daran gelegen, dass etwas nach draußen drang, das hatte ich inzwischen begriffen. Also was sollte schon passieren.

Ich zog also mein Höschen aus, dankte wem auch immer für meine Eingebung eines der kleinen, sündigen Teile aus Spitze gegriffen zu haben und knüllte es in meiner Hand zusammen. So konnte keiner sehen, was ich Vincent gleich übergeben würde.

Langsam und ganz sicher mit hochrotem Kopf öffnete ich die Tür und spähte hinaus. Vincent lehnte an der Wand gegenüber und fixierte mich.

Ich straffte meinen Rücken und ging auf ihn zu. Er zeigte jedoch keine Regung. Also griff ich seine Hand, drehte sie nach oben und legte meinen Slip hinein, schloss seine Finger um diesen.

»Schade, ich hatte gehofft, du würdest es nicht tun und ich in den Genuss kommen dich zu bestrafen«, erwiderte er emotionslos und ließ mein Höschen in seiner Hosentasche verschwinden.

»Na komm, lass uns wieder zu den anderen gehen. Ich denke, es wird dir jetzt noch besser gefallen.«

»Was meinst du?«, wollte ich wissen, bekam aber keine Antwort. Stattdessen legte er erneut seine Hand in meinen Rücken, zog mich aber dicht an sich heran, so dass ich seine Wärme spüren konnte. Es erdete mich und nahm mir tatsächlich ein wenig an Nervosität. Ich wusste, dass es Blödsinn war und er mich zu nichts zwingen konnte. Wenn mir etwas missfiel, würde ich einfach gehen und ihn stehen lassen, daran änderte auch mein Versprechen nichts, dass ich nun seine Begleitung für den Abend wäre. Doch irgendwas in mir wollte ihm gefallen, ihm Freude bereiten und ihn stolz machen. Ich versuchte über diese Tatsache lieber nicht nachzudenken, es würde vermutlich darin enden, dass ich schreiend davon lief. Jedenfalls vor mir selbst.

Denn wenn ich ehrlich war, war es genau das, was ich seit Jahren wollte, mir aber kein Mann bisher geben konnte. Ich wollte geführt werden, ich wollte die Kontrolle abgeben, aber trotzdem Sicherheit spüren. Obgleich ich Vincent kaum kannte, gab er mir diese. Also beschloss ich den wahrscheinlich einmaligen Ausflug in diese Welt zu genießen und nicht über das Warum, das Für oder Wider nachzudenken.

Schließlich war ich heute eine Hexe, also nicht ich selbst. So langsam fand ich Gefallen an dieser Verkleidungssache und die Maske gab mir zusätzlich Anonymität.

 

Im Garten angekommen traute ich meinen Augen nicht, denn die meisten Damen hatten sich inzwischen ihrer Kleider entledigt. Sündhaft teure Dessous waren zu erkennen, einige hatten nur noch ihren Slip an, bewegten sich aber völlig ungeniert unter der Gästeschar. Die Herren hingegen behielten wohl ihre Anzüge an, wie es schien.

»Gefällt es dir? Ich finde es sehr reizvoll, ihr Frauen seid eindeutig das schönere Geschlecht«, raunte mir Vincent ins Ohr und dirigierte mich zu einer Sitzgruppe, welche ein wenig abseits zum Rest stand.

»Willst du, dass ich … «, wollte ich fragen, denn siedend heiß fiel mir ein, dass ich ja gar kein Höschen mehr trug, ich also quasi nackt vor ihm stehen würde, wenn er von mir dasselbe fordern würde.

Er lachte erneut sein kehliges, tiefes Lachen und gab mir völlig überraschend einen Kuss auf die Stirn.

»Nein, das wäre wohl zu viel verlangt. Schau mal, es sind auch nicht alle Damen ausgezogen. Ein paar der Herren ziehen es vor, dass ihre Frauen nur vor ihnen ausgezogen sein dürfen. Der Kategorie gehöre ich im übrigen auch an.«

»Aber ich hab doch kein … «, wieder konnte ich nicht weitersprechen, sah stattdessen zu Boden.

»Das ist etwas anderes. Jederzeit Zugriff zu haben ist ein reizvoller Gedanke.«

Er ließ sich auf das Sofa sinken und zog mich mit sich, so dass ich neben ihm zum sitzen kam.

 

»Zieh ruhig deine Schuhe aus, mach es dir bequem. Wir bleiben eine Weile.«

Bevor ich überhaupt realisierte, was das alles bedeuten könnte, winkte Vincent einen Kellner heran, der zwei Champagnerflöten auf den kleinen Tisch vor uns stellte. Ich wollte protestieren, dass ich dieses Zeug nicht mochte, unterließ es dann aber doch. Schließlich musste ich es ja nicht trinken, würde nur daran nippen. Vincent schien völlig entspannt, ließ sich in die weichen Polster sinken, mich allerdings nie aus dem Blick. Jedoch schwieg er, was mich noch nervöser machte, denn ich wusste nicht, wohin die Reise gehen würde.

»Entspann dich einfach, Mara. Genieß die Party und den Ausblick.« Er reichte mir eines der Gläser und wir stießen an. Prickelnd rann der Champagner meine Kehle hinab, nahm aber nichts von meiner Nervosität.

Im Gegenteil, denn auf jedem Sofa vergnügten sich nun mehrere Personen. Rechts von uns wurde eine sehr attraktive Dame von zwei Herren verwöhnt. Während der eine sie leckte und dem Stöhnen nach zu urteilen, es auch sehr gut machte, holte der andere seinen Schwanz aus der Hose, den die Dame nun ihrerseits lustvoll mit ihrem Mund verwöhnte.

Links von ihnen konnte ich zwei Frauen erkennen, die sich ebenfalls gegenseitig mit dem Mund verwöhnten und ich konnte es nicht verhindern, dass ein Pochen in meinem Schoß einsetzte. Schnell presste ich die Beine zusammen, aus Angst, Vincent könnte erkennen, was gerade in mir vorging.

»Es macht dich an oder? Lass es zu, ich finde es auch höchst erotisch«, hörte ich ihn flüstern. Ich bemerkte nicht, wie er sich aufgesetzt hatte, zu fasziniert war ich von dem Spiel der beiden Frauen.

Plötzlich spürte ich seine Lippen auf meinem Hals, seine Zunge hinterließ eine feuchte Spur von meinem Schlüsselbein bis zum Ohr. Ich stöhnte leise, legte den Kopf zur Seite, um ihm so besseren Zugang zu gewähren. Das Pochen in meinem Schoß wurde dadurch natürlich nicht besser, nur intensiver.

Er schnappte sich mein Kinn, drehte mein Gesicht zu sich und … nichts. Er sah mich einfach nur an.

»Wenn du nicht willst, dass ich weitermache, dann sage es jetzt. Ansonsten kann ich für nichts garantieren.«

Doch ich wollte inzwischen nicht mehr, dass er aufhörte. Ich brauchte Erlösung und wenn ich sie nicht durch ihn bekommen würde, dann eben durch mich selbst.

Also schwieg ich, was er wohl als Zusage auffasste. Er schloss kurz die Augen, als wenn er sich sammeln müsste, dann traf mich sein heißer Blick und schon im nächsten Moment spürte ich seine Lippen auf meinen. Ohne zu zögern verlangte er Einlass und mir war es nur recht. Ich kam ihm willig entgegen.

Seine linke Hand schob sich unter den Saum meines Kleides, fuhr meinen Oberschenkel entlang und mit einem Ruck saß ich rittlings auf seinem Schoß. Er packte meine Pobacken nicht gerade sanft und begann sie zu kneten. Leise stöhnte ich in seinen Mund, doch er ließ nicht von mir ab.

Seine Hände wanderten über meinen Rücken nach oben und er streifte das Kleid von meinen Schultern, befreite meine Arme und schob es nach unten. Nun saß ich quasi nackt auf ihm, doch es störte mich keineswegs. Inzwischen war es dunkel und der gesamte Garten wurde sowieso nur noch vom Licht der Fackeln erleuchtet. Ich war neugierig, was um uns herum geschah und drehte den Kopf, doch das schien Vincent nicht zu gefallen. Denn er schnappte sich erneut mein Kinn.

»Mach das nicht noch einmal. Deine Aufmerksamkeit gehört nun mir. Nur mir. Haben wir uns verstanden?«

Sein Ton war eindeutig und jeder Einwand blieb in meiner Kehle stecken. Also nickte ich nur zustimmend, das schien zum Glück zu genügen.

»Sehr gut, wir verstehe uns also«, raunte er verheißungsvoll.

»Dann wollen wir mal sehen, wie ausdauernd du bist.«

Bevor ich fragen konnte, was er meinte, wanderten seine Lippen an meinem Hals hinab Richtung Busen. Er leckte einmal über den linken Nippel, nahm ihn dann in den Mund, knabberte und leckte darüber, bis ich es kaum ertragen konnte und mein Becken auf seinem Schoß ein Eigenleben entwickelte. Ich umschlag seinen Kopf und wollte ihn näher an mich pressen, doch er ließ augenblicklich von mir ab.

Vincent griff meine Handgelenke, schob sie auf meinen Rücken.

»Die bleiben da«, setzte er fest und widmete sich ohne eine weitere Verzögerung nun meinem rechten Nippel. Den linken rollte er stattdessen zwischen Daumen und Zeigefinger seiner rechten Hand hin und her.

Wie gern würde ich ihn berühren, in seine Haare greifen … meine Hände bewegten sich ein Stück nach vorn, doch sofort ließ er von mir aber und ein warnender Blick traf mich. Also legte ich brav meine Arme wieder auf den Rücken, verschränkte sie nun sicherheitshalber ineinander, was diesem Kerl natürlich nicht entging und mit einem wohlwollenden Grinsen quittiert wurde.

Ich wollte einfach mehr, hielt es kaum noch aus, als Vincent erneut seine Zunge tanzen ließ. Also versuchte ich mein Becken kreisen zu lassen und ihm so zu zeigen, dass ich mehr bräuchte, doch er reagierte gar nicht. Dabei konnte ich seine Erektion deutlich spüren.

»Vincent, bitte«, hauchte ich. »Ich brauche mehr, bitte.«

Ein kehliges Lachen und ein Blick zeigten mir, dass es auch ihm nicht besser ging, er nur äußersten Gefallen daran fand, mich zu quälen.

Warum auch immer, aber die kleine Hexe in mir setzte sich durch, ich nahm meine Arme vom Rücken und rutschte, noch bevor er überhaupt realisierte, was ich tat, von seinem Schoß und kniete mich zwischen seine Beine. Schwer atmend sah er auf mich hinunter. Vorsichtig, weil ich nicht wusste, wie er reagieren würde, ließ ich meine Hände seine Beine hinauf wandern, öffnete den Reißverschluss und war nicht überrascht, keine störenden Shorts vorzufinden. Stattdessen federte mir sein voll erigierter Schwanz entgegen. Ich versuchte Vincents Blick einzufangen und herauszufinden, ob ihm gefiel, was ich tat. Ein minimales Nicken seinerseits gab mir die Sicherheit und ich stülpte einfach meine Lippen über seine heiße Spitze. Nur einmal nahm ich ihn in meinem Mund auf, ließ meine Zunge um seine Kuppe tanzen. Vincent hatte inzwischen den Kopf auf die Sofalehne gelegt und genoss meine Zuwendungen. Mutiger geworden leckte ich seine Hoden, arbeitete mich wieder den Schaft hinauf, nahm ihn erneut auf. Dieses Mal viel tiefer und versuchte gleichzeitig zu saugen. Ich nahm meine rechte Hand zur Hilfe und massierte ihn ein wenig, umkreiste erneut nur die Spitze mit meiner Zunge. Dieses Spiel wiederholte ich mehrere Male, bis es Vincent zu bunt wurde, er meinen Kopf packte und begann in seinem Tempo zuzustoßen. Er war groß und ich hatte Mühe, ihn ohne Würgen komplett aufzunehmen, doch ich schaffte es und war unfassbar stolz auf mich, ihn so verwöhnen zu können.

Meine Mitte pulsierte immer mehr und ich ließ meine rechte Hand zu meinem Schoß wandern, begann mich zu streicheln.

Plötzlich ließ Vincent von mir ab, zog mich wieder auf seinen Schoß.

»Das ist mein Job«, brachte er völlig außer Atem hervor und ließ nun seine Finger um meine Klitoris kreisen. Ich legte den Kopf in den Nacken, stöhne leise, als er meinen linken Nippel in seinen Mund einsog und leicht zubiss.

Vincent brachte mich bis an den Rand meines Höhepunktes, ich konnte ihn beinahe greifen, als er erneut von mir abließ. Heftig atmend legte ich meinen Kopf auf seine Schulter.

»Ich kann nicht mehr, bitte lass mich kommen«, sagte ich einfach, ohne auch nur im Geringsten darüber nachzudenken. Ich sprach einfach aus, was ich gerade fühlte und wenn ich nicht gleich kommen dürfte, würde ich zerfließen.

Vincent lachte, schob mich ein Stück von sich und streifte ein Kondom über. Dann hob er mich an und ließ mich auf seine Erektion nieder.

Langsam drang er in mich ein und weitete mich Zentimeter für Zentimeter. Es fühlte sich so gut an, als ich ihn endlich komplett in mir spüren konnte.

»Beweg dich, nimm dir, was du brauchst«, flüsterte er mir zu.

Ich setzte mich aufrecht hin, stützte mich an seinen Schultern ab und begann mein Becken auf und ab zu bewegen. Ich ritt ihn, genoss jede kleinste Bewegung, ließ mein Becken kreisen.

Vincent ließ mich keine Sekunde aus den Augen, begann aber erneut meine Klitoris zu umkreisen und zu streicheln. Immer schneller bewegte ich mich und im selben Rhythmus ließ er seine Finger spielen.

Schneller als mir lieb war baute sich ein gewaltiger Orgasmus auf, was Vincent zu spüren schien. Er packte meinen Po und gab nun seinerseits das Tempo vor.

»Berühr dich selbst, streichele dich«, befahl er und ich tat nichts lieber als ihm zu gehorchen. Meine Finger rieben wie wild über meine Klitoris, mehr und mehr baute sich die Spannung auf.

Bis ich in einem riesigen Feuerwerk zusammen mit Vincent explodierte. Es schien kein Ende zu nehmen, ich nahm nichts um mich herum wahr. In meinem Kopf rauschte es, ich sah minutenlang Sterne und legte meinen Kopf letztlich erneut an seine Schulter.

Der Höhepunkt ebbte langsam ab, als ich Stimmengewirr und Applaus um uns herum wahrnahm, müde die Augen öffnete und am liebsten sofort im Boden verschwunden wäre.

Um uns herum standen nicht gerade wenige Gäste und schienen uns beobachtet zu haben.

»Meine Herren, meine Damen. Würden Sie uns bitte diesen Moment allein gönnen? Vielen Dank«, hörte ich Vincent sagen.

Die Stimmen wurden sofort leiser und als ich es wagte wieder aufzusehen, waren wir allein. Vincent schob mich ein wenig von sich, zog sich aus mir zurück und entsorgte das Kondom. Er schloss seine Hose, nahm mich dann wieder in den Arm und zog mich an sich heran.

Das ist alles, an was ich mich erinnern kann. Als ich nächstes Mal wach wurde, lag ich in meinem Bett.

Hatte ich alles nur geträumt?

Doch auf dem Kopfkissen neben mir lag eine schwarze Maske, daneben ein kleiner Zettel mit einer Telefonnummer.